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Navigation ist alles

Navigation ist alles

Vor kurzem stellte sich ein junger Mann bei uns vor. Er musste ein paar Sachen nach Bayern bringen. Da es ein einzelnes, abgelegenes Gehöft seiner Eltern auf dem flachen Land war, hatte er sich sehr viel Mühe mit dem Aufzeichnen und Beschreiben des Weges gegeben. 

Er schien fast ein wenig traurig zu sein, als ich meinte, dass ich nur die genaue Adresse, nicht aber seine Aufzeichnungen bräuchte. Seine Eltern bestätigten diesen Eindruck später, als sie mir erzählten, dass er sie angerufen habe, um zu berichten, dass ich ihm gar nicht richtig zugehört hätte.


Natürlich waren wir dank eines Navigationsgeräts pünktlich und hatten das Gehöft auf Anhieb gefunden. Etwas Unsicherheit kam aber dennoch auf: Ortsschilder wiesen uns immer wieder andere Wege als unser Navi. Da kommen schon mal Zweifel auf. Doch wir behielten die Ruhe, folgten unserem kleinen Helfer und kamen auf dem schnellsten Weg an das Ziel.


Was hier so leicht und selbstverständlich klappte, war vor ein paar Jahren allerdings noch deutlich komplizierter. Viele werden sich noch an die Zeiten erinnern, als Karten die einzigen Hilfsmittel waren, wenn man niemanden fragen konnte, der sich vor Ort gut auskannte. Gerade in großen Städten oder bei abgelegenen Gehöften war es manchmal schwierig, das Ziel zu finden. 

 

Irgendwie ging es am Ende zwar immer, aber heute ist es wesentlich leichter und vor allem bequemer. Man kann den Erfindern solcher praktischen Hilfsmittel insofern gar nicht genug danken!


Dass eine Medaille indes stets zwei Seiten hat, kann eine andere kurze Geschichte zeigen: Zwei Mitarbeiter, die nur das Fahren mit dem Navi gewöhnt waren, sollten von Dortmund nach Konstanz beim Bodensee.

 Kurz vor dem Erreichen des Zieles riefen sie uns an, um uns zu bitten, dass wir dem Kunden eine kleine Verspätung ankündigen, da die Fähre so langsam sei. Wir waren sehr verwundert, da es für diese letzte Strecke Straßen gibt. Aber da sie ihrem Navi blind folgten, kamen sie nicht auf die Frage, ob es nicht Alternativen zu Fähre gibt. 

Erst auf der Rückfahrt haben sie dann erfahren, dass eben diese Straßen existieren, und seitdem führen sie immer eine Karte mit sich. Der kürzeste Weg ist bekanntlich nicht immer der schnellste!

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